Am Samstagabend fiel im Haberkasten-Innenhof zum letzten Mal in dieser Spielzeit das Todesurteil für Maria Pauer.

Über 2000 Besucher kamen zu den fünf – jeweils ausverkauften – Aufführungen der „Mühldorfer Hex“. Sonderapplaus gab es für Sarah Ebenbichler, die heuer zum ersten Mal in die Rolle der „Mühldorfer Hex“ geschlüpft war und am Ende den einen oder anderen Autogrammwunsch erfüllen musste (kleines Bild). Doch der große Beifall galt noch einmal dem ganzen Ensemble und der Mannschaft des Kulturschupp‘n um Vorsitzende Magdalena Eckmans. Gemeinsam mit Regisseur Christopher Luber und Autorin Silvia Menzel hat der Verein mit dem Theaterstück inzwischen auch Mühldorfer Geschichte geschrieben. ha

  

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Die Künstlerin und ihr Modell: Silvia Menzel präsentierte am Rande der Kulturschuppn-Aufführungen der „Mühldorfer Hex“ im Haberkasten einen Entwurf für ein Denkmal, das an Maria Pauer erinnern soll. ha

© OVB

Mühldorf/Salzburg. – Die „Mühldorfer Hex“ ist eben auch eine „Salzburger Hex“.

Dort fällte der Hofrat am 10. September 1750 das Todesurteil über die junge Dienstmagd Maria Pauer. Am 6. Oktober wurde es auf der öffentlichen Richtstätte in Salzburg vollstreckt.

Seit der Uraufführung des gleichnamigen Theaterstücks im Jahr 2006 hat der Kulturschupp’n deshalb immer wieder den Kontakt nach Salzburg gesucht. Höhepunkt war das fulminante Gastspiel auf der Rainberg-Bühne im Jahr 2009. „Das würden wir natürlich gerne wiederholen“, gesteht Kulturschuppn-Vorsitzende Magdalena Eckmans. „Aber dafür braucht es mit Sicherheit noch das eine oder andere Gespräch.“

Dabei wird sicher noch ein anderes Thema zur Sprache kommen. Denn der Mühldorferin Maria Pauer soll in Salzburg ein Denkmal gesetzt werden. Besonders SPD-Landtagsabgeordneter Günther Knoblauch setzt sich dafür ein und hat bereits Kontakt zur „Internationalen Salzburg Association“ (ISA) geknüpft. „ISA-Vorsitzender und Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer unterstützt die Idee“, erklärt Knoblauch auf Anfrage. Dagegen stehe Salzburgs Bürgermeister Dr. Heinz Schaden dem Vorhaben bisher reserviert gegenüber. Im Herbst soll deshalb laut Knoblauch ein weiteres Gespräch mit Abgeordneten und dem Kulturreferat stattfinden, allerdings stehe der Termin noch nicht fest.

Wie ein solches Maria-Pauer-Denkmal aussehen könnte, hat Kulturschupp‘n-Autorin Silvia Menzel nun erstmals gezeigt. Am Rande der Aufführungen der „Mühldorfer Hex“ im Mühldorfer Haberkasten zeigte sie das Modell einer Skulptur, die aus zwei Figuren besteht. Die vordere Mädchenfigur aus Bronze, steht laut Menzel stellvertretend für die Opfer der Hexenverfolgung: „Ihre Arme sind ausgebreitet, lebensbejahend, können aber auch symbolisch als Kreuzigung verstanden werden.“ Die Mädchenfigur hat keinen festen Stand: „Die Opfer waren meist Außenseiter, sozial Unterprivilegierte“, erklärt Menzel. „Einer hysterisch gestimmten Gesellschaft war es ein leichtes, ihnen den Prozess zu machen, um sie dann legal auszulöschen.“

Die hintere Teufelsfigur aus Bronze, ist eine Teufelsmaske, eine abstrakte Figur. Diese Figur ist laut Menzel ein „Abbild von Vorurteilen, Ausgrenzung, Angst, Sündenbocksuche und Aberglaube.“ Bedrohlich steht diese Maske hinter dem Mädchen. Die Zähne erinnern an ein Gitter. „Dahinter verschwanden die Opfer für Jahre, um dann von der Maske die sich Gerichtsbarkeit, Kirche und Gesellschaft aufgesetzt haben, endgültig verschlungen zu werden“, sagt Silvia Menzel. Worte wie, Vorurteil, Ausgrenzung, Angst, Sündenbock, Aberglaube sind auf der Rückseite der Teufelsmaske zu lesen.

Bleibt die Frage, ob das Pauer-Denkmal tatsächlich in Salzburg realisiert wird. Künstlerin und Autorin Silvia Menzel sieht es ganz pragmatisch: „Ich könnte es mir auch gut hier in Mühldorf vorstellen.“